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Kurzbeschreibung:
Im
Dezember 1999 ist Mathias Julius aus Zimbabwe für einen Monat
nach Dresden gekommen, um eine Hälfte des Stückes zu choreographieren.
Das Stück hat keine eigentliche Geschichte, doch die Botschaft,
die mit diesem Choreographen-Austausch zum Ausdruck gebracht werden
soll, möchte ich folgender Massen beschreiben:
"Ich habe nun schon fast fünf Jahre in Dresden gelebt,
vor zehn Jahren wurde die Grenze geöffnet und bald stehen wir
vor einem Jahrtausendwechsel... Ich als "Nicht-Dresdnerin"
erlebe immer wieder, dass viele Menschen hier noch immer in ihrer
kleinen, geschlossenen Welt leben und unwirkliche Vorstellungen
von anderen Ländern oder Kontinenten haben. Noch immer höre,
begegne ich Menschen, die sich zum Beispiel Afrika als ein Kontinent
mit nur Eingeborenen, Wilden, Elefanten, Affen und Löwen vorstellen.
Noch nie habe ich hier gehört, dass von wunderbaren Künstlern
gesprochen wurde oder eben von Choreographen. Es ist wirklich an
der Zeit, die andere Seite von Afrika zu zeigen. Also keine Elefanten
und Buschmänner, sondern contemporary dance aus Afrika!
Nicht nur für das Publikum ist dies eine Kulturaustauschchance,
sondern auch für die TänzerInnen. Sie lernen zum bekannten
contemporary dance, traditional steps, jedoch in unsere Zeit verfremdet.
Die andere Hälfte des Stückes ist von Nicole Meier choreographiert.
So kann der Zuschauer wie auch die TänzerInnen, die Unterschiede
und vielleicht auch die Gemeinsamkeiten von einem afrikanischen
und europäischen Stück erleben.
Es tanzen:
-
Berit Jentzsch
- Richard Joerss
- Nora Schott
- Petra Steinert
- Katrin Wolfram
- Udo Zickwolf
Choreographie:
Mathias
Julius und Nicole Meier
Lichtkonzept:
Maik Blaum
Musik:
Mix aus "Il postino", Ismael Lo und World of Africa
von Toni Scholz
Sponsor und Unterstützung:
- Sächsische Kulturstiftung der Landeshauptstadt Dresden
- Tanzbühne Dresden
- projekttheater dresden
- Getränkehandel AG Rorschach, Goldach
- Mami und Papi Meier
Presse:
Dresdner
Neueste Nachrichten, 17.01.2000
"...Ein Tanzstück nicht über Elefanten und Buschmänner",
so nennt sich das Projekt der carrot dancers, das im ausnahmsweise
überfüllten projekttheater Premiere hatte.
Das grosse Publikum war sicherlich zum Teil mit Neugier auf ein
Choreographenduo zu erklären, dessen Wurzeln in grosser Entfernung
auseinanderliegen und bei unterschiedlicher Sonneneinstrahlung gewachsen
sind. Mathias Julius stammt aus Zimbabwes Hauptstadt Harare, er
tanzt und choreographiert dort, hauptsächlich mit der Tumbuka
Dance Company of the National Ballet of Zimbabwe. Nicole Meier hat
hauptsächlich mitteleuropäische Luft geatmet - zunächst
die der heimatlichen Schweiz, dann elbflorenzische während
der Ausbildung an der Palucca Schule Dresden. Dann sammelte sie
erste "afrikanische" Erfahrungen bei der Tumbuka Dance
Company in Harare. Interessant ist aber auch die Zusammenstellung
die Besetzung der carrot dancers. Die Tänzer kommen zum Grossteil
aus der Schmiede der Palucca Schule und bündeln ihr unterschiedlich
geprägtes Können zu einer einheimischen Kraft.
Der Tanzabend gewinnt auch durch die Entscheidung, die Choreographiearbeiten
nicht in zwei Blöcken vorzustellen, sondern ineinander verworben
mit genügend Platz für Kontraste. So wechseln in der dichten
Aufführung Temperament und Melancholie, fliessende und zackige
Bewegungen, kompackte Bilder und abstrakte Symbolik. Die choreographischen
Kompositionen sind durch Rhythmus und mehrköpfige oder individuelle
Ausdrucksstärke zu greifen. Zwei Männer in einzelnen Lichtkegeln
"funktionieren" mit einer Mischung aus Roboterfleiss und
menschlicher Müdigkeit; zwischen der Anziehungskraft von zwei
Frauen offenbart sich ein männliches Wesen in geekenhaften
und zärtlichen Facetten; mit unterschiedlichem Trainingsfieber
macht einer seine Tanzschritte und schwenkt dabei ein klägliches
Diktiergerät mit blechern-dumpfer Musikaufnahme. Kontraste
entstehen ebenfalls in der Abfolge von Gruppenauftritten mit nüchtern-synchronen
Bewegungen und Bildern voller emotionalen Strebens - so die beeindruckende
solistische Szene mit Katrin Wolfram.
Bei so viel produktiv nebeneinander wirkenden Kräften ist ein
vereint-zusammenfassender Schluss mehr als einleuchtend: Man schreitet
in einer Reihe langsam voran, einzelne Tänzer treten hervor
und wiederholen Bewegungen aus verschiedenen Szenen - bis alle rechtzeitig
zum Applaus ganz vorne sind. Nur die Choreographin Nicole Meier
kam vor lauter Publikum nicht zur Bühne durch."
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